Die Kirche hälftig teilen

Kirche Thal<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>evang-thal-lutzenberg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>15</div><div class='bid' style='display:none;'>22</div><div class='usr' style='display:none;'>2</div>

Die Kirchenvorsteherschaft Thal empfiehlt, die Eigentumsverhältnisse der Kirche neu zu regeln. Bisher gehören den Reformierten zwei Drittel und den Katholiken ein Drittel des Gotteshauses. Neu soll jeder die Hälfte besitzen.
Monika von der Linden, Tagblatt
Die Paritätische Kirche wird sowohl von den reformierten als auch von den katholischen Christen in etwa gleichem Umfang genutzt. Folglich teilen sich die beiden Kirchgemeinden die Unterhaltskosten hälftig.

Das widerspricht den Besitzverhältnissen der Liegenschaft. Im Grundbuch steht seit Jahrzehnten geschrieben, dass dem reformierten Konfessionsteil zwei Drittel und dem katholischen ein Drittel gehören.

Die Kirchgemeindeleitungen nahmen die im vergangenen Jahr abgeschlossene Sanierung der Kirche zum Anlass, dieses Missverhältnis zu überdenken. Die amtlich fixierte Regel hätte bedeutet, dass die Reformierten den Löwenanteil der etwa 2 Mio. Franken teuren Renovation hätten zahlen müssen. Mit etwa 200000 Franken beteiligte sich der Denkmalschutz an den Kosten. Die Katholiken boten Hand und steuerten wie die Reformierten 900000 Franken bei.

«Weil die Katholiken die Hälfte der Kosten getragen haben, wollen wir nun einen Schritt auf sie zugehen», sagt Melanie Tobler-Dudler, die Präsidentin der Reformierten von Thal-Lutzenberg. Die Kirchenvorsteherschaft (Kivo) empfiehlt den Kirchbürgern, einen entsprechenden Eintrag ins Grundbuch zu beschliessen. «Weil es zeitgemäss ist», sagt die Präsidentin pragmatisch. An der Vorversammlung am nächsten Dienstag wird das Traktandum intensiv diskutiert. Melanie Tobler-Dudler vermag nicht einzuschätzen, ob sich Opposition gegen das Vorhaben regen wird.

Die nächste Generation wird entlastet
«Entscheidet sich die nächste Generation für eine Sanierung, muss sie nicht über die Finanzierung verhandeln», sagt Kirchenvorstand und Kassier Rolf Wilhelm zu der vorausschauenden Planung der Kivo.

Im Fall einer Zustimmung der Kirchbürger jetzt sei später klar, dass die Kosten hälftig zu teilen seien: «Aus finanziellen Gründen kann es keine Opposition geben.» Die Anpassung hat keinen Effekt in der Bilanz- und Erfolgsrechnung. Der Zeitwert der Kirche beträgt nach der Sanierung 4,8 Mio. Franken. Der Buchwert des Gebäudes ist auf 1 Franken abgeschrieben. «Übertragen wir kostenlos einen Sechstel des Gesamtwertes, hat dies keine Auswirkungen auf unser Vermögen.» Heute gehören den Reformierten von den hypothetischen 4,8 Mio. Franken zwei Drittel, nachher die Hälfte.

Eine Bereinigung wäre wünschenswert
Felix Bischofberger, Präsident der Thaler Katholiken, begrüsst eine Anpassung der Besitzverhältnisse. «Wir erachten eine Bereinigung aufgrund der Sanierungsfinanzierung als wünschenswert», sagt er. «Im Sinne der Einfachheit und Transparenz.»

Die Katholiken nannten seinerzeit keine Einwände dagegen, zu viel Geld zu bezahlen. «Stimmen beide Kirchbürgerversammlungen zu, bekommen wir etwas, weil wir etwas gegeben haben», sagt Felix Bischofberger. Opposition erwartet er nicht. Denn auch in der Bilanz und Erfolgsrechnung der Katholiken wird es keine Veränderung geben. Lediglich im Liegenschaftsverzeichnis erhöht sich ab dem Jahr 2020 der Verkehrswert um ein Sechstel auf die Hälfte.
Autor: Jnes Sarcinella     Bereitgestellt: 12.03.2019    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch